Get Der Nachschaffende Hörer: Rezeptionsästhetische Studien zur PDF

German 16

By Ulrike Kranefeld

Welches power bietet ein musikalisches Werk für die schöpferische Auseinandersetzung des Rezipienten? Das Bild eines nachschaffenden Hörers, das Robert Schumann mit Blick auf den Vermittlungszusammenhang von Kunst in seinen musikschriftstellerischen Arbeiten entwirft, findet seine Entsprechung in Schumanns eigenem musikalischen Schaffen: Er geht davon aus, dass der Komponist mit Hilfe einer appellativen künstlerischen Struktur den Hörer nachschaffen lässt und dies auf der Ebene der erklingenden Musik ebenso wie auf der der Notation. So zielen die vorliegenden Studien sowohl auf spezifische Notationsgewohnheiten (etwa schriftsprachliche Zusätze, sprachlich-musikalische Intertextualität oder Titelgebung) als auch auf kompositorische Strukturen seiner Musik (etwa kompositorische Brüche, die Schichtung von Zeithorizonten, der Dualismus von procedure und Systemlosigkeit oder das Spannungsfeld von Wiederholung und Variante). Gemäß Schumanns ästhetischer Denkfigur eines Ineinanderspiels der Künste bilden ausgewählte Rezeptionsphänomene in Literatur (Jean Paul, Shakespeare/Tieck) und Malerei (Runge, Raphael) den gesamtkünstlerischen Hintergrund, um Robert Schumanns Kompositionen, insbesondere seine Klavierkompositionen der dreißiger Jahre, auf ihr capability für das Nachschaffen des Hörers zu untersuchen. Dabei finden Analogiebildungen zwischen den Künsten ebenso Raum wie die notwendige Differenzierung angesichts der Heterogenität der Zeichensysteme und medialen Sichtweisen.

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Ist ein solches Zusam[ mJentreffen nicht ein Wurf mit sechs Würfeln von sechs mal sechs. Kunstblatt: 1831. p. 38 Neben der Qualität des dargebotenen Kunstwerks und der notwendig überzeugenden Leistung der Darstellenden erwähnt der Autor das innere Verlangen des Schauenden und seine momentan günstige Stimmung. Eben dieses Zugeständnis an die Subjektivität des Augenblicks macht Schumann, wenn er in seinem Artikel über Zwei charakteristische Stücke op. " (GS III, 114) Auch die glücklichste Constellation der Zeitverhältnisse und der räumlichen und anderer Nebenumstände als äußere Bedingung einer Musikdarbietung kann zum Tätigwerden der zurückspiegelnden Phantasie beitragen und findet bei Schumann in dessen Schriften zur Musik oftmals Erwähnung.

Nachschatten des Gehörten, das allerdings jenseits aller Beliebigkeit aus den Kunst-, Musik- und Lebenserfahrungen der Anwesenden gespeist wird. " (GS Ill, 200) 27 24 Bei Carl Maria von Weber fand Schumann eine Äußerung über die Fähigkeit der Musik, gleichzeitig un· teeschiedlich gestimmte und fiihlende Menschen zu erreichen: Schurnano übertrug in seine Mottosamm· lung: ''Was die liebe den Menschen, ist die Musik den Künsten I u. den Menschen, denn sie ist ja wahr· lich die Liebe selbst; I die reinste ätherischste Sprache der Leidenschaft, tausendseitig allen Farbwechsel derselben in allen I Gefiihlsarten enthaltend u.

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